Growth Marketing Summit

28. SEPTEMBER 2017 |   CAROLINE WAGNER   |   WEBDESIGN

 

growth marketing Summit 2017 in Frankfurt am Main

Am 31. August hatte ich das große Glück an dem growth marketing Summit in Frankfurt am Main teilnehmen zu dürfen. Das internationale LineUp mit zwölf unterschiedlichen Vorträgen ermöglichte allen Teilnehmern nähere Einblicke in das zentrale Thema „Data + Psychology“. Der Name verrät bereits, dass es an diesem Tag um weit mehr als bloß die Farbe des Buchen-Buttons ging. So bot die Konferenz neben spannenden Best Practice Beispielen auch einige aktuelle Tipps & Trends zur Conversion Optimierung. Da es bei der Menge an Vorträgen schwierig ist, auf jeden einzelnen einzugehen, finden Sie im Folgenden einen kleinen Auszug sowie meine wichtigsten Take-Aways:

 

The Year of Voice & Language – Agilität als Schlüssel zum Erfolg

Bryan Eisenberg – Autor & Co-Gründer von Buyer Legends – versucht in seinem Vortrag die rapide technische Weiterentwicklung zu verdeutlichen. Um dies zu veranschaulichen, präsentierte er ein Video aus Star Trek VI von 1968. Hier sieht man, wie damals bereits versucht wurde mit Computern zu sprechen. Damals war an eine Spracherkennung noch nicht zu denken. 30 Jahre später jedoch zählt diese bereits längst zu unserem Alltag. Laut Eisenberg wird unsere Kommunikation in zehn Jahren nicht mehr durch Text, sondern vor allem durch unsere Sprache und Gesten geprägt sein.

Es gibt bereits Studien aus den USA, die belegen, dass bereits 57 % aller Smart-Voice Besitzer eine Bestellung über den Sprach-Assistenten (Amazon Alexa, Staples Easy Button, Chatbots etc.) durchgeführt zu haben. Auch wenn es aktuell noch Optimierungsbedarf an den charmanten Sprach-Assistenten gibt, so sollten Unternehmen möglichst früh damit beginnen, sich auf die Veränderung des Such- und Kaufverhaltens der Nutzer einzustellen. Ob Nutzer in Zukunft auch ihr Hotelzimmer über einen Sprach-Assistenten buchen werden ist heute noch nicht vorauszusagen, aber bei beispielsweise Geschäftsreisen definitiv denkbar.

 

A / B Testing lebt!

Karl Gilis (CRO-Magnon AGConsult) hat während seines Vortrages deutlich veranschaulicht, dass man sich im Bereich Conversion-Optimierung keinesfalls auf sein Bauchgefühl verlassen kann. So hat bei allen „Live-Tests“ der Großteil der Teilnehmer auf die falsche Variante gesetzt. Folgende Tipps, die wir natürlich sofort für die Hotellerie bewertet haben, hat uns Karl Gillis mit auf den Weg gegeben:

  • Testen, testen, testen! Jedes Unternehmen hat andere Zielgruppen mit einem unterschiedlichen Verhalten. Dies gilt auch für die Hotellerie!
  • Slider & Videoteaser funktionieren nicht – einfaches Design gewinnt! Bei Hotels ist es jedoch sehr wichtig Emotionalität zu vermitteln. Aus diesem Grund sollte hier nicht auf qualitativ hochwertige und große Bilder verzichtet werden. Wichtig ist jedoch, dass die Möglichkeit besteht auf den verschiedenen Bild-Slides zu bestimmten Themen zu leiten, um dadurch den Nutzer noch schneller zu der von ihm gesuchten Information zu leiten und gleichzeitig bestimmte Themen bewerben zu können. 
  • Platzieren Sie den wichtigsten Content im oberen Bereich, sodass der Nutzer alle wichtigen Informationen auf einen Blick lesen kann – ja, der „Page-Fold“ existiert! Der Page Fold ist der Teil einer Website, der für den Nutzer ohne zu Scrollen zu sehen ist. Alle wichtigen Informationen, die der Nutzer zur Buchung benötigt, sollten somit im oberen Bereich einer Unterseite zu finden sein.
  • 50 % aller Nutzer beginnen nicht zu scrollen!
  • „Don’t make it about you, make it all about them“ – achten Sie auf ein entsprechendes Wording: Warum sollen Nutzer eine Buchung tätigen? Für welches Problem bieten wir eine Lösung an?
  • Der Call-to-Action (z.B. Buchen-Button) sollte dem Nutzer weiterhelfen und auf ihn ausgerichtet sein: Der Nutzer will nicht „suchen“ sondern „finden“.

 

An dem folgenden Beispiel einer Ferienwohnung ist zu erkennen, dass der Nutzer in der linken Variante alle wichtigen Informationen für seine Buchungsentscheidung (Preis, Bilder, Ausstattung etc.) auf einem Blick im oberen Bereich des Bildschirmes sehen kann. Dadurch konnte eine deutliche Erhöhung der Conversionrate gemessen werden. Fragen Sie sich jederzeit: Welche Informationen benötigt der Nutzer um eine Conversion zu tätigen? Welches Ziel verfolgt der Nutzer, wenn er auf meine Seite kommt?

A-B testing

Karl Gilis - Managing Partner of AGConsult: Beispiel A / B Test auf der Website einer Ferienwohnung

 

Sie können nicht optimieren, was Sie nicht messen können!

Angie Schottmuller (Growth Marketing Advisor) betonte in ihrem Vortrag, dass Optimierungen immer auf Daten basieren sollten! Sind die vorhandenen Daten ausreichend, um konkrete Annahmen bzw. Entscheidungen treffen zu können? Dazu ging Schottmuller auf die vier Kernmetriken „Bounce-Rate“, „Stick-Rate“, „Scroll-Rate“ und „Click-Rate“ näher ein und zeigte mit konkreten Beispielen, wie durch das richtige Messen und Auswerten sinnvolle Daten generiert werden können.

Adjusted Bounce Rate: misst Nutzer, die nach fünf Sekunden oder längerer Verweildauer von der Landingpage abspringen.

  • Warum springen Nutzer sofort wieder ab? Es sollte sichergestellt werden, dass die Überschrift den Nutzer abholt.

Stick Rate: misst Nutzer, die länger als 15 Sekunden auf einer Seite bleiben.

  • Die größten „Stick Killer“ sind fehlende Klarheit – sagt dem Nutzer genau was er tun soll und warum er es tun soll!

Scrolltiefe & Klick-Rate: Scroll-Tiefe bedeutet ganz einfach wie weit der Nutzer auf einer Website nach unten scrollt und die Klick-Rate misst, wie häufig geklickt wird.

  • Wichtige Frage sind hier: Was sollte der Nutzer im oberen Bereich sehen? Wodurch können wir den Nutzer animieren, weiter zu scrollen?
  • Ein Tipp: Integriert „Jump to Links“ im oberen Bereich, die zu Inhalten führen, die weiter unten platziert sind.

 

Redesign VS Relaunch

Fatal ist, dass am häufigsten das Potenzial von datengetriebener Optimierung nicht genutzt wird, sobald ein Redesign oder Relaunch ansteht. John Ekman (CEO conversionista!) hat dies am Beispiel von erfolglosen Redesigns veranschaulicht. Wenn ein neues Design zu einer Verschlechterung der Performance führt, dann kann dies nur daher kommen, dass die Platzierung von Elementen geändert wurde, obwohl diese bereits sehr gut funktionierten.

„Do not fix what is not broken – do not break what is actually working! “ – John Ekman

Grundsätzlich sollten vor einem Redesign oder Relaunch die Daten genau analysiert werden, um herauszufinden an welchen Stellen Optimierungspotenzial besteht – An welchen Stellen / auf welchen Seiten springt der Nutzer ab? Zusätzlich empfiehlt Ekman, ein Redesign nicht auf einmal durchzuführen.  Die Anpassungen sollten Schrittweise umgesetzt werden, um die Auswirkungen jeweils im Anschluss messen zu können.

 

Fazit

Der Tag auf dem growth marketing SUMMIT 2017 war rundum gelungen. Das zuvor angekündigte Versprechen „100% Knowledge – 0% Blabla“ wurde gehalten und so endetet der Tag mit vielen neuen Ideen und einem rauchenden Kopf.  Mein persönliches Highlight des Tages war Karl Gilis, der alle Teilnehmer mit seiner mitreißenden Performance am späten Nachmittag aufgeweckt hat. Gilis hat in seinem Vortrag deutlich gemacht, dass der Kunde / Nutzer und nicht UNSER Produkt oder UNSERE Dienstleistung im Vordergrund stehen sollte.

Output des Tages ist vor allem ein geschärftes Bewusstsein für die wirklich relevanten Themen im Bereich Conversionrate-Optimierung.

 

 

Über Caroline Wagner

Caroline Wagner ist seit Februar 2016 bei Online Birds im Bereich Webdesign tätig. Durch ihre vorangegangene Ausbildung im Hotel sowie ihr anschließendes Hotelmanagement Studium hat sie eine Passion für die Hotellerie entwickelt, welche Sie nun bei uns auslebt. 

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