Tourism Fast Forward

09. JUNI 2017   |   STEFAN NINIC   |   INNOVATION & MOBILE APP

 

Tourism Fast Forward 2017 – Digitale Marketingtrends im Tourismus

Die Tourism Fast Forward im Zillertal ist eine Konferenz für innovative Technologien im Tourismus und sieht sich zudem als Netzwerkplattform für Tourismusverbände, touristische Dienstleister, IT, Marketing, Consulting, Hotellerie & Wissenschaft. Neben allgemeinen touristischen Trends wurden Chancen verschiedener digitaler Neuerungen vorgestellt und diskutiert.

Neben hochkarätigen Speakern wie Sher Kan von Google oder Josephine Karner von Microsoft, konnten auch viele weitere Vorträge zu verschiedensten Themen aus dem breiten Feld des digitalen Marketings im touristischen Kontext überzeugen.

 

Virtual Assistents, Chat Bots und künstliche Intelligenzen

Auch in Mayerhofen wurden Chat Bots und künstliche Intelligenzen als DER Marketingtrend diskutiert. Josephine Karner von Microsoft Österreich zeigte in einer Live Demo einen Chat Bot, der bereits im touristischen Umfeld im Einsatz ist (Beispiel Hipmunk) und demonstrierte mit einem in nur wenigen Stunden selbst erstellten Bot eine große Chance dieser Technologie: Ein Bot kann mehrere Systeme intelligent vernetzen, steuern und so Mehrwerte für den Nutzer bieten.

In den USA zeigt UBER, wie eine solche Vernetzung von Diensten einen Prozess vereinfachen kann – Der Fahrgast bestellt über den Chat ein Taxi mit nur einem Satz „Taxi in 10 Minuten“. Da der Bot an den Ortungsdienst und die Kreditkarte verknüpft wird, muss nichts weiter gemacht werden – auch die Bezahlung wird automatisiert durchgeführt. Eine exzellente User Experience und eine Prozessvereinfachung kann eben bei der Überlegung, einen Bot für das eigene Unternehme zu nutzen, im Mittelpunkt stehen. Auch in der Hotellerie könnten einzelne Prozesse über einen Chat Bot abgebildet werden – Nutzen hierbei kann durch die Automatisierung eine immense Zeitersparnis sein.

Andreas Lackner, Geschäftsführer vom Tourismusverband Mayerhofen-Hippach berichtete von dem Chat Bot „Mayley“, einem entwickelten Bot eigens für die Destination -  Der Reisende kann sich hier über verschiedene Stakeholder informieren und auch verschiedene Veranstaltungstipps einsehen. Es wird deutlich, dass ein Chat Bot kein Tool ist, das nach der Entwicklung fertig ist und keiner weiteren Pflege bedarf - Die laufende Erweiterung von Content, das Controlling hinsichtlich neuer entstehender Nutzeranfragen und die Verbesserung der Usability, werden als Erfolgsfaktoren für einen smarten und lernenden Bot gesehen. Die Anwendungsfelder für einen Chat Bot sind nahezu unbegrenzt – Im Fokus sollte jedoch immer der Nutzer stehen.

 

Reisetrends aus China, semantische Technologien und weitere digitale Entwicklungen im Tourismus

In einem weiteren Fachvortrag hatte Elias Kaerle vom STI Innsbruck die Möglichkeit, mit seinem Thema „Semantische Annotation in Destinationen“ die Bedeutung der Nutzung von semantischen Technologien für touristische Dienstleister hinzuweisen. Website- und Unternehmensdaten sollten heutzutage nicht nur für den Nutzer, sondern auch für die Suchmaschine gut lesbar und strukturiert aufbereitet sein. Beispiele hierfür sind die übersichtliche Anzeige von Veranstaltungen innerhalb einer Destination in den organischen Suchergebnissen.

Zudem wird der eTourismus in Zukunft wohl auch stark bestimmt werden durch Chat Bots und andere künstliche Intelligenzen wie z.B. Amazon Alexa. Diese Technologien sind verstärkt auf diese maschinenlesbaren Daten für die weitere Verarbeitung angewiesen. Laut dem Forschungsprojekt „automated direct booking“ von STI Innsbruck sollen hier strukturierte Daten („Open Data“) von touristischen Stakeholdern z.B. eines Hotels zentral gesammelt und für die Suchanfrage eines Nutzers (z.B. Hotel- oder Bergbahnsuche) über z.B. Amazon Alexa abrufbar sein. Falls sich die sprachgesteuerten Suchmaschinen auf dem Markt durchsetzen, wir dies eine essenzielle Aufgabe für Unternehmen.

Nach der Mittagspause hatten verschieden Anbieter im Rahmen von 15-minütigen Use Case Sessions die Möglichkeit, verschiedenste Produkte und Praxisanwendungen im touristischen Kontext vorzustellen. Sehr interessant hierbei war der neben der Präsentation eines Chat Services aus der Hotellerie, auch ein digitaler Pistennavigationsassistent (EVOSKI Skinavigation). Dieser leitet den Skifahrer mit einer speziellen Brille, in der die Weganweisungen projiziert werden, durch große verwinkelte Skigebiete und zeigt ihm, wo beispielsweise die schönsten Berghütten liegen. In Verbindung mit dem Vortrag „China als (digitale) Chance für den Wintertourismus“, in dem Herman Winkler (SnowHow China) darauf hinweist, dass sich die Reisemotivation chinesischer Touristen (Bis zur Winterolympiade 2022 müssen laut einem staatlichen Programm mehrere Millionen Chinesen das Skifahren können) in den nächsten Jahren verstärkt in europäischen Wintersportregionen immens steigert, bestehen hier für Destinationen und Bergbahnen Möglichkeiten, das eigene Marketing mit beispielsweise einer digitalen Pistennavigation anzukurbeln.  

Die Konferenz zeigt einmal mehr, dass die Entwicklungen im digitalen Marketing rasant voranschreiten und sich gerade Hinblick auf den Dienstleistungssektor Tourismus große Möglichkeiten ergeben. Diese gilt es in Zukunft zu nutzen!

Tourism Fast Forward

 

Über Stefan Ninic

Stefan Ninic ist seit Februar 2015 bei Online Birds tätig. Aktuell verantwortet Stefan als Teamlead neben dem Bereich Mobile den Bereich Innovation. Um für unsere Kunden immer Up-to-date zu sein, besucht Stefan verschiedene Digital Marketing Konferenzen.

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